Emissionshandel

Emissionshandel der Europäischen Union

Aktuelle Lage
Im Jahr 2005 begann der Emissionshandel in der Europäischen Union, der ⅔ aller Anlagen in der Stromerzeugung und die vier Industriezweige mit dem größten CO2-Ausstoß betrifft (Stahl, Baustoffe, Keramik, Papier). Jeder Anlage in diesen Sektoren wurde eine bestimmte Menge an Zertifikaten zugeteilt, die dabei für das Recht auf den Ausstoß einer Tonne CO2 stehen. Falls die Anzahl der Zertifikate nicht ausreicht, kann ein Unternehmen das Recht auf CO2 Ausstoß von einem anderen, sparsameren Betrieb abkaufen. Falls es dies nicht macht, wird es bestraft.

Diese Form des Handels mit den Zertifikaten führt zu einer hohen volkswirtschaftlichen Effizienz. Denn zwar werden alle Unternehmen bei denen die Kosten zur Einsparung von CO2 über denen zum Kauf von Zertifikaten liegen, kaufen, statt die Umwelt zu schonen. Aber dafür haben alle Unternehmen so lange einen Anreiz CO2 einzusparen wie die Vermeidungskosten unter dem Preis der Zertifikate liegen und somit beim Verkauf Gewinn erzielt werden kann. Somit werden die CO2-Einsparungen an der Stelle vorgenommen, an welcher sie für die gesamte Volkswirtschaft am kostengünstigsten sind.


Probleme


Forderungen des FÖS
Das FÖS ist zufrieden mit der Vorreiterrolle, welche die Europäische Union bei der Einführung des Emissionshandels übernommen hat. Nun muss die EU dieser Position jedoch durch eine verschärfte Regelung des Emissionshandels gerecht werden. Eine Chance dazu hat Sie mit dem EU Klima- und Energiepaket 2008 vertan.

Zunächst muss die Emissionsobergrenzen stärker gesenkt werden. Bisher zeigt der Emissionshandel kaum Erfolge, da die Zertifikate zu großzügig und bis 2013 auch kostenlos vergeben wurden. Es muss schnell eine strenge Decklung des CO2-Ausstoßes durchgeführt werden.

Außerdem sollte auch der Ausstoß an Methan und Distickstoffoxid in den Emissionshandel integriert werden und die Verteilung der Zertifikate in den Branchen verbessert werden, damit es keine umweltschädlichen Anreize gibt, beispielsweise neue Kohlekraftwerke zu bauen.

Überdacht werden muss außerdem die Einbeziehung des Schiffverkehr, des Straßenverkehrs (vor allem des Transportsektors), aber auch der Landwirtschaft in den Emissionshandel. Ein möglicher Weg der Umsetzung wäre beim Straßenverkehr die Emissionsrechte auf die Treibstofflieferanten, also die Mineralölkonzerne zu verteilen. Diese müssten dann für die in die EU importierte Menge Treibstoff (je nach Sorte und dadurch beim Verbrauch entstehenden CO2-Ausstoß) Zertifikate abgeben. Die Preise hierfür würden an den Verbraucher weitergegeben.
Die Ausnahmeregelungen sollten so weit wie möglich abgeschafft werden. Weiterhin müssten die Gewinne aus der Auktionierung vollständig in den Umweltschutz fließen. Ingesamt sollte die Auktionierung an Stelle eines Verschenkens oder günstigen Verkaufens der Zertifikate häufiger genutzt werden.

Weiterführende Informationen
Falls Sie Interesse an detaillierteren Informationen zum EU Klima- und Energiepaket 2008 haben, können Sie eine detaillierte Analyse hier nachlesen.