Landwirtschaft

Ökologische Finanzreform in der Landwirtschaft

Umweltprobleme der Intensivlandwirtschaft
Seit dem Beginn einer Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Europa in den fünfziger Jahren konnte die Produktivität in der Landwirtschaft enorm gesteigert werden. Mit der Intensivierung der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen gingen und gehen jedoch bis heute beträchtliche Umweltbelastungen einher. Die negativen Umweltwirkungen reichen von der Belastung von Böden und Gewässern mit Stickstoffverbindungen und Pflanzenschutzmitteln über Bodenerosion bis hin zu erheblichen Beiträgen zum Treibhauseffekt und zum Rückgang der biologischen Vielfalt. Die negativen Umweltwirkungen werden durch verschiedene finanzpolitische Maßnahmen in der Agrarpolitik noch verstärkt. Kritiker fordern deshalb seit langem, dass in der Agrarförderung Umweltschutzaspekte stärker berücksichtigt werden und dass umweltschädliche Subventionen umgestaltet oder abgeschafft werden. Darüber hinaus fordern sie die Einführung des Verursacherprinzips in der Landwirtschaft, welches zumindest in wesentlichen Bereichen in Form einer Abgabe auf Dünge- und Pflanzenschutzmittel verwirklicht werden könnte.
Neben dieser weitgehend systemimmanenten Kritik gibt es ferner Positionen, die einen grundlegenderen Systemwandel fordern. Die Positionen reichen von der Abschaffung der landwirtschaftlichen Subventionen bis hin zur stark dirigistischen Förderung einer Landwirtschaft, die hohen sozialen und ökologischen Kriterien genügt. Wenngleich sich hierunter teils nachvollziehbare und diskussionswürdige Standpunkte befinden, liegt die Erörterung praxisnaher und am bisherigen System orientierter Möglichkeiten zur Ökologisierung der Agrarfinanzpolitik
im Blickfeld dieses Berichts.

Eine Integration umweltpolitischer Ziele in die Agrarpolitik ist überfällig
Die Forderung nach einer Integration umweltpolitischer Ziele in die Agrarpolitik gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Dies rührt v. a. aus der Erkenntnis, dass in der Agrarsubventionspolitik ökologischen Aspekten oft keine hinreichende Bedeutung beigemessen wird und dass ökologische Bestrebungen in Teilbereichen sogar konterkariert werden.

Weiterführende Informationen
Das FÖS hat zusammen mit dem NABU und der Georg-Louisoder-Umweltstiftung 2004 eine Studie zur bisherigen Subventionspolitik in der Landwirtschaft und den Potentialen von Umweltabgaben beim Institut für ländliche Strukturforschung in Auftrag gegeben. Die Studie finden Sie hier.